Kurzdoku 1. Fachkräftestammtisch 2016 am 1.06.2016

Erster Fachkräftestammtisch 2016

Bild_Fachkräftestammtisch_Mainz_1Am 1. Juni 2016 ab 18 Uhr fand der erste Fachkräftestammtisch 2016

im Caipiranha, Dr.-Martin-Luther-King-Weg 20, 55122 Mainz statt.

Thema der Sitzung:
Der Arbeitsmarkt in Hartenberg/Münchfeld –
Entwicklung, Herausforderungen und Perspektiven für
kleine und mittlere Unternehmen

Infos und Austausch zur Fachkräfte- und Personalsituation im Mainzer Stadtteil Hartenberg/Münchfeld. Wie ist die Situation? Auf welche Entwicklungen können oder müssen Unternehmen reagieren? Welche konkreten Lösungsmöglichkeiten gibt es? Wer kann sie dabei unterstützen?

Hierüber tauschten sich Unternehmen, Experten/-innen und das Projektteam in angenehmer Stammtisch-Atmosphäre aus.

Anwesende:

Mehrere Unternehmer und als Experten  Walter Konrad (stellv. Ortsvertreter Hartenberg/Münchfeld),  Katharina Gebru (Ortsbeirätin), Horst Werner (Orstsbeirat), Alexander Embach (Arbeitsagentur Mainz), Martina Frank (Martina Frank Coaching) sowie vom Projektteam Torben Anschau, Salim Özdemir und Kirstin Rohleder

 

Inhalte und Ablauf:

 

  • Vorstellungsrunde der Teilnehmenden mit der Frage, wie die Situation der Personalgewinnung vor Ort ist.
  • Beitrag Herr Konrad: HaMü sei vorwiegend ein Stadtteil zum Wohnen. Das Angebot für Arbeitskräfte vor Ort sei nicht groß. Es gebe viele Einzelhändler und zu den großen Arbeitgebern wie der Landesbank kämen viele Pendler von außerhalb.
  • Es wurde die Frage, ob der Martin-Luther-King Park den Stadtteil attraktiver gemacht habe, angesprochen und festgestellt, dass der Umzug des Stadions zu Umsatzrückgängen geführt habe.
  • Das Arbeitsangebot im Stadtteil sei laut Herrn Konrad insgesamt eher geringer geworden.
  • Herr Konrad berichtet, dass er Probleme habe, geeignete Bewerber für die Kita zu bekommen, da es zu wenig ausgebildete Erzieher gebe. Auch im Bereich der Altenpflege sei es problematisch. Hier würden viele Hilfskräfte aus Polen, Bulgarien oder Rumänien über Agenturen eingesetzt.
  • Einbringen der Erfahrungen von Unternehmern bei der Akquise zum Stammtisch, es bewerben sich ungeeignete Personen, die keine Motivation haben oder ungeeignet seien und nur den Nachweis bräuchten, dass sie Eigenbemühungen gemacht haben.
  • Herr Embach stellt heraus, dass die Agentur zwar verlange, dass man sich bewerbe, aber kein „Stempel“ gefordert sei. 85 – 90 Prozent der arbeitslos Gemeldeten seien motiviert zu arbeiten und die durchschnittliche Zeit der Arbeitslosigkeit sei 80 Tage. Die Langzeitarbeitslosigkeit verfestige sich jedoch.
  • Herr Anschau bringt aktuelle Statistiken zur regionalen Arbeitsmarkt-Situation auf Basis des Arbeitsmarktmonitors der Bundesagentur für Arbeit als Diskussionsgrundlage in die Runde:
  • In Mainz und Rheinhessen kein Bevölkerungsrückgang – es ziehen trotz des demographischen Wandels viele junge Menschen in die Region. Herr Embach ergänzt, dass es noch nicht absehbar sei, wie die Entwicklung durch die Flüchtlinge weiter gehe.
  • In der Arbeitslosen-Stellen Relation seien im Vergleich zum Vorjahr deutliche Veränderungen sichtbar. Z. B. gebe es im Bereich der Produktion nur noch 1,5 Bewerber auf freie Stellen. Auch die Entwicklung der Vakanzen habe sich verändert. In fast allen Sparten sei sie höher als vor vier Jahren. In der Produktion liege sie über 80 Tage.
  • Prognose der Stellenentwicklung für die Region: überdurchschnittliche Beschäftigungsquote, außer in der Branche Kommunikationsdienstleistungen. Als Gründe werden die hohen Gehälter, die die Großbetreibe zahlen können und die Konkurrenz im Rhein-Main-Gebiet zur Fachkräfteabwerbung genannt. Fraglich sei, ob gerade die kleinen Unternehmen mithalten können und ihren Fachkräftebedarf sichern können.
  • Ein anwesender Arzt berichtet von einem Problem mit einer Mitarbeiterin, die als Fachangestellte gebraucht werde und keine Weiterbildungsbereitschaft zeige. Er habe auch Rückmeldungen seiner Patienten und anderen Angestellten bekommen, dass sie unfreundlich wirke. Es wurden Möglichkeiten zur Problemlösung erörtert. Die Besprechung, auch unter Beteiligung von Martina Frank als Arbeitskräfte-Coach kam zum Ergebnis, dass in diesem Fall das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Personal bereits so zerrüttet erscheine, dass eine Kündigung angebracht sein könnte. Herr Embach notierte sich den Personalbedarf und kündigte an, nach guten Bewerber/-innen suchen zu lassen.
  • Die Abschlussfrage in die Runde, in welchen Bereichen die Teilnehmenden Bedarfe für inhaltliche Themen im Rahmen der geplanten Stammtische haben brachte keine inhaltlichen Wünsche. Rückmeldung, es sehr laut gewesen, so dass die Verständigung schwierig gewesen sei. Vorschlag, die Veranstaltung in einem anderen Rahmen zu machen.

 

 

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